Unternehmersache

Von der Wichtigkeit, Nein zu sagen

„Du musst auch mal Nein sagen können!“ Das ist ein Satz, den vorrangig die Menschen zu hören bekommen, die sich wie ein Samariter um die Nöte sämtlicher Nachbarn und Lebewesen um sich herum kümmern. Weshalb das Wörtchen „nein“ auch im Geschäftsleben ganz elementar ist, möchte ich Ihnen heute zeigen. 

Noch vor dem Neinsagen stehen klare Ziele. Ziele, die das ganze Unternehmen betreffen, die verschiedenen Teams und den einzelnen Mitarbeiter. Nur wer sich Ziele steckt, wird am Ende auch dort ankommen, wo er hinwollte. Genauso wichtig ist in diesem Rahmen auch, welche Ziele nicht erreicht werden sollen. Und damit meine ich nicht nur die pauschale Absicht: „Pleite gehen wollen wir nicht.“ 

Ziele setzen – und Ziele kippen

Sehen wir uns deshalb konkrete Zielsetzungen genauer an. Über allem steht die Mission des Unternehmens: Wer sind wir, wo wollen wir hin? Dieses übergeordnete Ziel wird sich kaum verändern, es sei denn, ein Unternehmen richtet sich komplett neu aus, was in der Realität allerdings eher selten vorkommt. Hierauf folgt die Strategie. Diese wird im Regelfall jährlich angepasst, um den Marktbedingungen optimal zu begegnen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Danach kommen die Projekte. Schon allein deshalb, weil diese oft einen zeitlich überschaubaren Rahmen gesteckt haben, werden Projektziele mehrmals pro Jahr neu definiert. Soweit ist Ihnen das Vorgehen sicher bekannt, oder? Nun kommt der springende Punkt: Genauso wichtig wie die drei genannten Komponenten ist die konkrete Benennung von Projekten, die nicht durchgeführt werden sollen. Projekte, zu denen Nein gesagt wurde. Vielleicht ist das sogar der wichtigste Bestandteil der Zielübersicht eines Unternehmens.

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Meiner Erfahrung nach beschäftigen sich die wenigsten Unternehmen damit, sich und ihren Mitarbeitern vor Augen zu führen, welche Projekte in der Diskussion waren, es aber nicht in den Jahresplan geschafft haben oder aussortiert wurden, weil sie weder die Mission noch die Strategie unterstützen. Dabei würde dieser Schritt allen helfen, den Fokus auf die ausgewählten Projekte zu richten und alle ihre Energien darin zu bündeln.

Worauf liegt Ihr Fokus?

Erinnern Sie sich an folgende Aussage von Steve Jobs? „Focus is about saying no.“ Dieses so wahre und gewichtige Zitat stammt sogar noch aus dem alten Jahrtausend. Seiner Ansicht nach bedeutet Innovation, zu tausend Dingen Nein zu sagen. Ein klarer Fokus würde nur dann entstehen, wenn man zu allen anderen ebenso hervorragenden Ideen Nein sagte. Dann nämlich könnte man auf die Dinge, die man nicht getan hat, ebenso stolz sein wie auf diese, die man geschafft hat. Dank eines solchen Fokusses entstünden wirklich großartige Produkte, die mehr sind als die Summe ihrer Teile. Es geht darum, weniger Baustellen zu eröffnen, sondern auf nur einigen wenigen mit Eifer – und Fokus! – zu werkeln.

Weniger ist mehr – dieses geflügelte Wort, das den Minimalismus preist, mag nach einem Allgemeinplatz klingen. Aber Einfachheit, das auch vielfach zitierte Simplify-Prinzip, schlägt Komplexität auf vielerlei Ebenen, seien es Strategie, Ziele, Mission, Projekte, Produkte oder Marketing. Einfachheit ist ein Wettbewerbsvorteil. Wo auch immer sich Komplexität hineinschleicht, werden Prozesse komplizierter und langsamer.

Solch ein Denken soll selbstverständlich keine Resistenz gegen innovative Ideen und Neuerungen fördern. Es ist aber elementar, sich gedanklich nicht zu verheddern, sondern den Fokus zu bewahren. Und damit richtig zu priorisieren und damit die Komplexität wieder hinauszukomplimentieren.

Klare Ziele – nachvollziehbar für jeden jederzeit

Eine klare Zieldefinition aller Instanzen eines Unternehmens hilft den Führungspersonen wie den Angestellten, Ziele jederzeit ohne Verständnisschwierigkeiten nachzuvollziehen und in den Fokus zu rücken. Damit werden auch Kommunikationshürden zwischen einzelnen Teams reduziert. Wer nun auch noch deutlich macht, welche Ziele und Projekte es (warum) nicht auf die Agenda geschafft haben, hilft allen Beteiligten, den Fokus zu schärfen und sich ganz auf das Erreichen der gesetzten Nah- und Fernziele zu konzentrieren.

Fällt es Ihnen schwer, Nein zu sagen? Gehört Priorisieren nicht zu Ihren Stärken? Gerne unterstütze ich Sie dabei, im Zieldschungel Durchblick zu schaffen, und richte mit Ihnen den Fokus neu aus. Kontaktieren Sie mich einfach hier:

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Kategorien: Unternehmertum
Patrick Franke