Unternehmersache

Prinzipien statt Prozesse

Was verleiht einem hektischen Arbeitsalltag Stabilität? Was hält ein Unternehmen beim Jonglieren mit Projekten und Mitarbeitern in der Balance? Prozesse! Das ist sicher gemeinhin die erste Antwort, die auf diese Fragen in die Runde geworfen wird. Warum das allerdings heute nicht mehr die richtige Antwort ist, teile ich mit Ihnen in diesem Blogpost.

Prozesse schaffen einen für alle sichtbaren und verlässlichen Rahmen. So weit, so gut. Allerdings können sie das nur in Zeiten, in denen Aufgaben, Umfänge und Umstände vorhersehbar und einfach steuerbar sind. Genau das erleben wir allerdings heute und vermutlich auch in naher Zukunft gerade nicht. Noch nie war unser Alltag so schnelllebig und von so viel fundamentalem Wandel geprägt wie heute in Zeiten der Digitalisierung. Was wir brauchen, ist also eine Strategie, die nicht starr, sondern ebenso flexibel ist, wie der Mensch, wie der Unternehmer und der Mitarbeiter es sein müssen. 

Prinzipien sollten heute unser Handeln leiten. Denn sie sind zwar ebenso verlässlich und beständig wie Prozesse, können aber auf jegliche noch so unvorhergesehene Situation angewendet werden und bieten eine weise Entscheidungshilfe.

Prinzipien schließen jeden mit ein

Kehren Sie also alte Prozesse vor die Tür und holen Sie sich frischen Wind durchs Erarbeiten einer ausgewählten Handvoll Prinzipien, die ab sofort Entscheider wie Umsetzer im Unternehmen anleiten. Prinzipien können auf jeglicher Ebene und von allen Mitarbeitern zu jeder Zeit angewendet werden und etablieren sich im Laufe der Zeit vielleicht sogar zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskultur. In jedem Falle unterstützen sie Sie darin, Ihre Geschäftsergebnisse zu verbessern.

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Meine favorisierten Prinzipien sind die folgenden:

  • Der Mensch ist das Wichtigste

Wenn Sie meinen Blog schon eine Weile verfolgen, dann wird Sie diese Priorität nicht überraschen. Ich bin überzeugt davon, dass Unternehmen nur dann langfristig erfolgreich sind, wenn sie wertschätzend geführt werden. Das heißt, der Mensch steht nicht nur auf dem Papier bzw. in der Image-Anzeige im Mittelpunkt. Bei der Umsetzung des Prinzips, dass der Mensch das Wichtigste ist, geht es mir nicht darum, einen Kuschelkurs zu fahren. Die Strategie zur Entwicklung eines neuen Produkts oder die Werbemaßnahmen zur Vermarktung eines ausgefallenen Services können noch so ausgeklügelt sein – wenn die Menschen, die diese ausführen sollen, nicht dort „abgeholt“ werden, wo sie stehen, werden die Initiativen nur äußerst zäh vonstattengehen. Man kann kein exklusives Rennpferd kaufen und fest davon ausgehen, dass man Ascot gewinnt, ohne einen Jockey ausgewählt und trainiert zu haben.

 Bevor also neue Strategien, die auf dem Reißbrett geplant wurden, ausgerollt werden, muss auch eine Analyse der Mitarbeiterkapazitäten stattgefunden haben. Nicht nur dazu, wie viele Kollegen zur Verfügung stehen, sondern auch zu Kompetenzen, Potenzial und optimalerweise auch zu Befindlichkeiten. Talentmanagement und Führungsentwicklung sind die passenden Stichwörter. Wer ohne die Menschen plant, die die Plänen letztendlich ausführen sollen, dem wird sein Rennpferd einfach davongaloppieren.

 

  • Die Gemeinschaft zählt

 Tragfähige Strategien zu entwickeln beinhaltet nicht nur, die Menschen, mit denen man arbeitet, in der Planung zu berücksichtigen. Sondern sie sehr praktisch bereits mit in Findungsprozesse einzubeziehen. Eine Strategie zu konzipieren und auszuführen sollte nicht nur einem erlesenen Kreis an Führungspersonen vorbehalten sein. Eine Strategie sollte von jedem Angestellten verstanden und befürwortet werden. Und am besten auch noch von anderen wichtigen Akteuren wie Zulieferer, Gesellschafter und nicht zuletzt den Kunden.

Verantwortliche sollten dafür sorgen, dass alle Beteiligten die Strategie in ihren wesentlichen Aspekten begreifen und wissen, wie sie diese in ihrer täglichen Arbeit unterstützen können. Das geht umso leichter, je mehr viele Menschen der unterschiedlichsten Hierarchieebenen bereits in den Findungs- und Definitionsprozess eingebunden sind. Das fördert die breite Identifikation mit der Marschrichtung ungemein.

 

  • Das Wie gewinnt

Am Ende steht immer die Steigerung des Unternehmensgewinns. Ist das nicht ein rechter Allgemeinplatz? Natürlich will jedes Unternehmen mithilfe seiner Strategien bessere Ergebnisse erzielen, oder? In der Praxis scheint es sich oft anders zu verhalten. Da ist das Denken von Entscheidungsträgern und Führungspersonen so verhaftet in Methoden, Prozessen, Techniken, Werkzeugen und Firmenpolitik, dass das eigentliche Ziel darunter erstickt wird. Damit meine ich das Ziel, die richtige Strategie zu entwickeln, um der Umsatzsteigerung näher zu kommen. Der Fokus liegt allzu oft auf der Identifizierung der erwarteten Geschäftsergebnisse und eben nicht auf der Planung des Weges dorthin.

Das Wie muss im Zentrum der Aufmerksamkeit, der Zeit und Kapazitäten stehen. Erst dann werden konkrete, umsetzbare Schritte entwickelt, die innerhalb von kurzer Zeit (und nicht innerhalb von Jahren) zum Erfolg und Wettbewerbsvorteil führen können.

 

  • Agilität ist alles

Nun gut, vielleicht nicht absolut alles, aber Agilität ist sehr, sehr essenziell. Wie eingangs beschrieben sind wir heute mit einer schneller als jemals zuvor wirbelnden Dynamik (nicht nur) im Geschäftsleben konfrontiert. Das erfordert schnelle Entscheidungen und Anpassungen an neue Marktsituationen. Wer hier erst ein halbes Jahr über Strategien brütet und dann ein weiteres halbes Jahr an deren Umsetzung feilt, der sieht schon keine roten Rücklichter mehr – so lange ist der Zug schon abgefahren. In diesem Rahmen wird besonders deutlich, warum fixe, lineare Prozesse mit ihrer vorgeschriebenen Anzahl an Schritten besonders hinderlich sind.

Agilität und Geschwindigkeit müssen ein wesentliches Prinzip werden, um den größten und schnellsten Erfolg aus Geschäftsstrategien ziehen zu können. Wer im dynamischen Markt bestehen, auf unvorhergesehene Veränderungen adäquat und rasch reagieren und immer neuen Kundenwünschen gerecht werden will, muss handlungsorientierte und anpassungsfähige Strategien entwerfen.

 

Mut zum Eigensinn

Zuletzt möchte ich Ihnen noch ans Herz legen, offen und ehrlich hinzuschauen: Welche Prozesse werden in Ihrem Unternehmen – möglicherweise schon seit Jahren und hinterfragt – angewendet? Wem würden Sie vielleicht auf die Füße treten, wenn sie diese infrage stellen würden? Wäre das allerdings nicht der wichtigste erste Schritt, um kurz- wie langfristigen Erfolg zu generieren und sich am Markt abzuheben? Ich mache Ihnen Mut, kritisch zu sein – Sie können dabei nur gewinnen! Suchen und finden Sie die Strategien, die Ihr Unternehmen am gesündesten und weitesten nach vorne bringen.

 Wie schaffen Sie den Umschwung von Prozessen zu Prinzipien? Wie definieren Sie die besten Prinzipien für Ihr Geschäft? Und wie verankern Sie diese fest in Ihrem Unternehmen? Diese Fragen bespreche ich sehr gerne persönlich mit Ihnen. Schreiben Sie mich einfach per E-Mail an oder klingeln Sie durch. Ich freue mich auf unseren Kontakt! 

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Kategorien: Unternehmertum
Patrick Franke