Unternehmersache

Coaching-Methoden im Projektmanagement

Coaching ist eine Möglichkeit, um tiefer in diese eine Sache einzusteigen, die sich auf keinem Lehrplan wiederfindet: Sie selbst. Wer jetzt denkt, die eigene Persönlichkeit und deren Entwicklung seien nur für den Privatbereich von Bedeutung, der täuscht sich. Wie Sie sich als Person authentisch vor Ihrem Projektteam präsentieren, ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Projektmanagement. 

In einer Frage-Antwort-Runde spricht Patrick Franke darüber, wie sich Coaching und Projektmanagement vereinen lassen.


Coaching im Projektmanagement

Coaching für Projektmanager: Was bedeutet das genau?
Es bedeutet, gemeinsam mit Projektmanagern an Lösungen für Herausforderungen, die das Projektgeschäft mit sich bringt, zu arbeiten und ihnen gleichzeitig zu helfen, bessere Führungskräfte zu werden. Das kann zum Beispiel bedeuten, eine Taktik zu entwickeln, wie man am besten die Kontrolle über ein Projekt behält, wie man ein gutes Verhältnis zum Kunden aufbaut oder wie man das eigene Selbstvertrauen und den Einfluss auf das Team stärkt.


Wie würden Sie den typischen Klienten im Bereich Projektmanagement beschreiben?
Der typische Kunde ist ein Projektmanager im mittleren bis großen Unternehmensumfeld. Er hat zwischen fünf und zehn Jahren Berufserfahrung. Er fühlt sich häufig gestresst und macht regelmäßig Überstunden, um sein Soll überhaupt erfüllen zu können. Er beherrscht seine Aufgaben und Prozesse, allerdings fehlt es ihm an Einfluss. Generell sind es die Soft Skills, die bei den Klienten fast immer zu kurz kommen. Sie fokussieren sich nicht genug darauf, Beziehungen aufzubauen, Risiken zu vermeiden, das Team zu führen und die Vision der Kunden zu verstehen. All das kommt zu kurz im vollen Terminkalender.

Wo fängt man mit dem Coaching an? Wie sieht das typische Startszenario aus?
Meist ist das Startszenario das folgende: In eingehenden Gesprächen versuche ich die größten Herausforderungen des Kunden ausfindig zu machen und Wege zu definieren, wie sich die daraus resultierenden Probleme vermeiden lassen. Anschließend beschäftigen wir uns mit Zielen und Bestrebungen für die Zukunft und konzentrieren uns darauf, Strategien zu finden, die den jeweils größten Ertrag für den Klienten bringen. Ein persönliches Anliegen ist mir dabei stets, den Kunden die große Bedeutung ihrer Rolle als Führungskraft aufzuzeigen und sie dazu zu animieren, diese sowohl wahrzunehmen als auch zu nutzen, um positive Veränderungen im Unternehmen herbeizuführen.


Welche sind die größten Herausforderungen Ihrer Kunden?
Die wohl größte Herausforderung der Kunden liegt im Zeitmangel. Die meiste Zeit hat der Tag für sie zu wenige Stunden, um alle anstehenden Aufgaben termingerecht zu erledigen. Die Folge daraus ist, dass Dinge aufgeschoben werden, mehr und mehr wichtige Aspekte untergehen und das Projekt langsam aus den Fugen gerät. Die Qualität der Arbeit ist gering, das Team ist nicht engagiert genug, das Projekt ist in Verzug und der Kunde ist zu Recht unzufrieden mit dieser Entwicklung und wird dies auch kundtun beziehungsweise wird beim nächsten Mal seine Aufträge vielleicht sogar anderweitig vergeben. Ein weiteres Problem ist das mangelnde Selbstbewusstsein der Projektmanager. Sie wissen nicht, wie sie das Projekt wieder in geregelte Bahnen und vor allem in den Zeitplan lenken sollen, können das Team nicht motivieren und werden immer unsicherer.


Kann man überhaupt lernen, eine gute Führungskraft zu sein, oder ist es nicht vielmehr etwas, das man kann oder eben nicht?
Die Vermutung liegt nahe. Denn manche Menschen scheinen einfach die geborenen Führungskräfte zu sein. Sie sind charismatisch und haben eine Ausstrahlung, die inspiriert und dazu motiviert, zu einem gemeinsamen Ziel beitragen zu wollen. Allerdings ist bekanntlich noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Meine Antwort lautet deshalb ganz klar: Ja, man kann lernen, eine gute Führungskraft zu werden. Natürlich unter der Voraussetzung, dass man dazu bereit ist, an sich zu arbeiten.


Was ist der beste Rat, den Sie Projektmanagern geben können?
Ich kann nur jedem Projektmanager raten, sich trotz Stress einmal alle zwei Wochen selbst ein paar Fragen zu stellen. Fragen, die sich Projektmanager regelmäßig stellen sollten, sind zum Beispiel:

  •  Wie kann ich mein Team motivieren und die Stärken der Teammitglieder noch besser für den Projekterfolg einsetzen?
  • Wie kann ich die Beziehung zu meinen Kunden stärken?
  • Wie kann ich meinen Kunden einen echten Mehrwert liefern?
  •  Wofür sollte ich zukünftig mehr Zeit aufwenden?
  • Was ist mein persönlicher Beitrag zum Projekt und wie kann ich mich mehr darauf konzentrieren
  • Allgemein: Wie kann ich meine Zeit sinnvoller einteilen?
  • Was fehlt, um sagen zu können: Das läuft hervorragend?

Die Fähigkeit, Dinge zu reflektieren, vor allem aber sich selbst zu spiegeln, ist eine der wichtigsten Fähigkeiten. Dabei geht es nicht darum, sich und andere im Nachhinein für Fehler zu zerfleischen. Es geht darum, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal anders und besser zu machen.

Coaching im Projektmanagement kann die Effizienz Ihrer Projekte um ein Vielfaches vergrößern. Sie stärken Ihre Persönlichkeit und tragen gleichzeitig zu Erfolgen für das Projekt bei. Es lohnt sich also in jedem Fall!

Sie stecken selbst gerade mitten in einem Projekt und sehen kein Land mehr? Lassen Sie uns gemeinsam an einer Lösung arbeiten und Strategien für die Zukunft festlegen!

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Kategorien: Wertschätzende Führung
Patrick Franke