Unternehmersache

11 Geheimnisse erfolgreicher Teamarbeit

Sicher kennen Sie die Verballhornung des Begriffs „Team“. Die Anfangsbuchstaben sollen entgegen dem Gemeinschaftsgedanken eigentlich für „Toll, ein anderer macht’s“ stehen. Diese augenzwinkernd gemeinte Phrase ist leider nicht ganz unwahr. Tatsächlich haben Wissenschaftler das Phänomen des „Sozialen Faulenzens“ nachgewiesen, sprich in Gruppen sind Menschen unter Umständen weniger leistungsbereit, als wenn sie alleine arbeiten. Was also sind die Geheimnisse wirklich erfolgreicher Teams?

11 Geheimnisse erflogreicher Teamarbeit

1. Eine klare Vision

Das Wort „Vision“ mag vielleicht durch seinen inflationären Gebrauch ebenso an Glanz eingebüßt haben wie der Begriff „Team“. Dennoch ist der Grundstein für erfolgreiches, gemeinsames Arbeiten eine Vision, mit der sich jedes Mitglied der Gruppe identifizieren kann – und die er auch in allen Details begreift. Das Warum zu verstehen ist elementar, um die Motivation zu schüren. Der Blick in dieselbe Richtung bündelt die Kräfte und stärkt den Zusammenhalt.

2. Ein gemeinsames Ziel

Hier wird es konkret. Hier entsteht ein gemeinsamer Plan – möglicherweise mit kleinen Etappenzielen. Vielleicht gibt es ein, zwei Hände voll leichter zu erreichende Einzelziele, die individuell bearbeitet werden. Wichtig ist aber, dass alle Meilensteine auf ein großes Ziel hinweisen, das das Team gemeinsam erreichen will. Und dass dieses übergeordnete Ziel
jederzeit allen vor Augen schwebt.

3. Eine gute Organisation

Wenn wir schon von übergeordneten, Etappen- und Einzelzielen sprechen, wird deutlich, dass das Engagement in die richtigen Bahnen gelenkt werden muss. Wer was wann auf welche Weise und mit wem erledigt, sollte für alle Beteiligten einsehbar und nachvollziehbar sein.

4. Eine klare Rollenverteilung

Die solide Organisation beinhaltet auch das Definieren klarer Rollen innerhalb des Teams. Wer ist wofür zuständig? In wessen Kompetenzbereich fällt jene Aufgabe? Wer übernimmt die Verantwortung für diesen offenen Punkt? Selbstverständlich entwickeln Menschen, die im Team arbeiten, an der ein oder anderen Stelle Reibungspunkte. Eine klare Rollen- und Aufgabenverteilung sorgt wie Öl im Getriebe für einen reibungslosen Arbeitsablauf.

5. Eine gemeinsame Verantwortung

Aufgaben und Teilbereiche auf einzelne Schultern zu legen bedeutet allerdings nicht, die Verantwortung jemand anderem in die Schuhe schieben zu können. Alle tragen Verantwortung für das Gelingen des Projekts. Deshalb setzt in einem guten Team keiner
Scheuklappen auf und verweist nicht achselzuckend darauf, dass er mit diesem oder jenem Teilaspekt nichts zu schaffen habe.

6. Eine nachrangige Hierarchie

Teamarbeit bedeutet, am runden Tisch zu sitzen. Ähnlich wie bei einem mangelnden gemeinsamen Verantwortungsgefühl läuft ein Team Gefahr, in eine Gruppe von Individualisten zu zerfallen, wenn sich alles auf einen Leiter fixiert. Natürlich braucht ein
Team eine klare Struktur (siehe Punkt 3). Steile Hierarchien aber sind ein verlässliches Gegenmittel, wenn es um Commitment geht.

7. Eine offene Kommunikation

Kommunikation ist der Heilige Gral des Teamwork – und gleichzeitig eine der größten Fallen. Wird nicht ehrlich miteinander gesprochen, fehlt die verbale Wertschätzung, werden Informationen vorenthalten oder nur häppchenweise an einen ausgewählten Empfängerkreis gestreut, ist ein schleuniges Abfallen der Motivation garantiert. Wird dagegen offen kommuniziert, wird jeder gehört und wird jeder Beitrag geschätzt, steigt das im Team unabdingbare gegenseitige Vertrauen.

8. Ein konstruktives Konfliktmanagement

Eng verzahnt mit der allgemeinen Kommunikation ist der Umgang mit Konflikten. Auch wenn
es unbequem wird, sollte kein trotziges oder eisiges Schweigen an die Stelle des offenen
Dialogs treten. Alle Stimmen müssen gehört, alle Bedürfnisse und Wünsche auf den Tisch
gelegt werden. Oft ist ein Stolperstein ein wichtiger Gedankenanstoß, die allgemeine
Marschrichtung kritisch zu hinterfragen.

9. Eine inspirierende Atmosphäre

Vor das Wort „Atmosphäre“ ließe sich ein ganzes Füllhorn an Adjektiven ausschütten, angefangen von „wertschätzend“ über „unterstützend“ bis zu „angenehm“. Auch wenn es natürlich um Arbeit, um Quartalszahlen, um das Erreichen eines Business-Ziels geht, muss ein gewisser Wohlfühlfaktor im Team gegeben sein. Gegenseitiger Respekt, ein Füreinander-in-die-Bresche-Springen – wenn es nötig ist – und gemeinsames Durchatmen schaffen eine Atmosphäre, in der jedes Teammitglied sich aufgehoben und als Mensch wahrgenommen fühlt.

10. Eine heterogene Konstellation

Wo wir bei der Wohlfühlatmosphäre sind – ein Team nur aus Menschen mit derselben Kompetenz und Position zusammenzuwürfeln mag im Sinne von „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ einen starken Teamzusammenhalt hervorbringen. Was das Team dann allerdings
nur mit Mühe hervorbringen kann, sind frische Ideen und neue Blickwinkel. Wer ein Team mit Kollegen unterschiedlichster beruflicher Couleur zusammenstellt, erreicht meist unkonventionellere Ansätze und kreativere Lösungen.

11. Eine Work-Life-Balance, die ihren Namen verdient hat

Wer zusammen schuftet, der darf auch gemeinsam feiern. Ein erfolgreiches Team fährt zu Höchstleistungen auf und schöpft Kraft für die nächste Etappe aus dem kollektiven Jubel über ein erreichtes (Zwischen-)Ziel. Das Feiern des gemeinsamen Erfolgs dient als wertschätzendes Feedback an alle Kollegen und trägt auf seiner eher informellen Ebene zur weiteren Bindung der Teammitglieder untereinander bei.

Wenn eingangs ein scherzhafter Satz das Thema Teamwork beleuchtete, soll am Ende ein etwas ernsthafterer Ausspruch zitiert sein: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. So schrieb es Aristoteles in seiner Metaphysik vor etwa 2350 Jahren. Eine These, die – gerade in Bezug auf Teamwork – nichts an Aktualität eingebüßt hat.

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Kategorien: Teamarbeit
Patrick Franke